Wochenschau

Donnerstag, 9. April

Ein Maori – Gedicht aus Neuseeland, das vor einer guten Woche in den Zeitungen auf der ersten Seite abgedruckt war , mich berührt hat und seitdem begleitet

Ruhe dich jetzt aus,
e Papatūānuku Mutter Erde
Atme auf und beruhige dich
Genau hier, wo du bist
Wir werden uns nicht um dich kümmern
Für eine Weile
Wir werden aufhören, wir werden einkehren
Wir werden langsamer und bleiben zu Hause
Rückt näher zusammen und seid liebevoll
Liebevoller als je zuvor.
Ich wünschte, wir könnten sagen, wir würden es für dich tun genauso wie für uns selbst.Wir machen es trotzdem
Es ist richtig. Es ist Zeit.
Zeit zurückzukehren
Zeit sich zu erinnern
Zeit zuzuhören und zu vergeben
Zeit, nicht zu urteilen
Zeit zu weinen
Zeit nachzudenken
Über andere
Zieh unsere Schuhe aus
Hände auf die Erde
Die Erde zwischen den Fingern sieben
Sanfte Handflächen
Zeit zu pflanzen
Zeit zu warten
Zeit zu bemerken wem wir gehören
Im Moment bist es nur du
Und der Wind
Und die Wälder und die Ozeane und der Himmel voller Regen
Endlich regnet es!
Ka turuturu te wai kamo o Rangi ki runga i a koe
Umarme es!
Dieses Opfer der Einsamkeit bringen wir für dich.
Er iti noaiho – nur ein kleines Opfer
Die Leute sagten immer, es sei nicht möglich
Um Flüge zu landen und zu Hause zu bleiben und unsere Konsumgewohnheiten zu stoppen
Aber es war
Das war es immer.
Wir hatten nur Angst, wie sehr es wehtun würde.- und es tut weh und es wird weh tun und weiterhin weh tun
Aber nicht so sehr, wie du verletzt wurdest.
Also sei jetzt still
Wickel deine Hügel um unsere Abwesenheit
Löse den Betongürtel an deiner Taille
Ruhe dich aus.
Atme
Genese
Heile
Und wir werden das Gleiche tun

Donnerstag, 2. April 2020

Eine ganze Woche ist vergangen, seitdem ich meinen ersten Eintrag hier auf die Seite geschrieben habe. Ich möchte das so beibehalten und einmal die Woche meine Gedanken und Erfahrungen teilen. Ich möchte Dir die Möglichkeit geben Ausschnitte aus meinem Leben als Mensch und Rolfer mitzuerleben. Die Themen die mich derzeit am meisten bewegen sind:

• Wie kann ich entschleunigen? Wie langsam genug werden um bewusste Entscheidungen fällen zu können?

• Achtsamkeit und Wahrnehmung: Kann ich in jedem Moment meines Lebens “fühlen”, mich selbst wahr nehmen? Zu einer somatischen Welt mit beitragen? Ich möchte dazu beitragen, habe den Wunsch, daß wir immer gewillter und dadurch auch fähiger sind unserer Körpersprache zu lauschen und das was wir fühlen in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen. Alleine geht das sehr schwer, je mehr Menschen sich diesem Thema widmen umso leichter wird das, Fühlen kann ansteckend sein.

Heute tagten wir im Zoom Raum. 32 wundervolle Körper – Wesen, Bodyworkers, Therapeuten, Coaches….. der *** Embodied Learning for Social Transformation process*** ist in´s Leben gerufen worden. Ich bin so gespannt! Im Moment ein Projekt im und für den Berliner Raum, aber eigentlich natürlich als Pandemie gedacht.

• GELD . Mangel&Fülle – wie schaut die neue Geschichte der Währung, des Wertes, des Geldes, der Zeit aus? Ich war völlig baff, wie unkompliziert Solo-Selbstständige und Co bei der Investitionsbank in den letzten Tagen eine SOFORT-Nothilfe bekamen, parallel läuft : https://bge.community/faq/ eine Initiative von http://www.mein-grundeinkommen.de und nicht zuletzt wird bald die Geschichte des “Schmetterlinggeldes” erzählt werden 🙂 hmmmm……ja immernoch ganz schön schnell und ganz schön viel los.

Ich möchte morgen meinen ersten Newsletter rausschicken (das mit dem Newsletterbutton programmieren hat nicht so gut geklappt, es erschien zwar auf der page, aber ich konnte nicht herausbekommen wie dann die emails zu mir geleitet werden, also bitte oldschool: direkt mich anschreiben wenn ihr den Newsletter bekommen wollt an : birgit@rolfer.in, mit dem Betreff: Newsletter) .

Donnerstag, 26. März 2020

Im Moment lebe ich in Stuttgart, meinem Geburtsort in einem kleinen Gartenhaus und schaue nach meiner Mutter, das vertieft unseren Kontakt und wir können uns mit neuen Augen sehen. Meine Rolfer-Tätigkeit ruht solange, bis sich die Corona-Virus Situation im Land wieder entspannt hat. Was in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit benötigt hat, ist meine Rolle als Vorstand im Deutschen Rolfingverband http://www.rolfing.de zusammen mit meinem Kollegen Asmus Wanke https://rolfing-praxis.net/ gab es viele Zoom-Calls und Besprechungen, Mitgliederbriefe und mittlerweile auch Austausch mit immer mehr Kolleg*innen. Die Zusammenarbeit macht Freude, nährt und fruchtet. Die Rolfing®-Community erlebt ein lebendiges, kreatives, sich gegenseitig unterstützendes Aufblühen. Zuerst einmal untereinander, doch wir kreieren bereits die ersten Angebote für Klienten und für Menschen die Rolfing® gerne kennenlernen wollen.

Ich kann den Frühling hier im Garten beobachten, bald werden die Blüten unserer Obstbäume aufplatzen. Ich verneige mich vor der Perfektion der Natur, der Lebenskraft und fühle mich sehr verbunden mit der Erde. Die Ungewissheit verlangsamt mich und mir ist bewußt, daß ich in jeder Sekunde eine Entscheidung treffen kann. Ich habe Zeit und Lust meine Website zu aktualisieren, meinen Online-Kongress vorzubereiten, Online-Angebote zu kreieren und herauszubekommen wie ich einen Newsletterbutton auf meine homepage bekomme oder einen Bloc installieren kann in dem ich meine Gedanken chronologisch posten kann. Ich will so vieles auf einmal, doch heute fühle ich in mir auch die Sehnsucht zu sein, nichts tun, atmen, in die Sonne schauen, Tee trinken, den Vögeln zuschauen und die Apfelbaumknospen zu küssen, diesen leeren Raum der Ungewissheit zu geniessen. Ich frage mich dieser Tage sehr oft : Was will ich wirklich und wer will ich wirklichwirklich sein?